Terrarium

Die Gestaltung eines praktischen Terrariums ist eigentlich recht einfach. Ich stelle hier wieder die Topfmethode vor; auch wenn das am Ende nicht wie ein Stück Landschaft aussieht, finde ich es einfach praktikabler.

Wir haben uns also ein passendes Terrarium gebaut oder auch gekauft. Dabei ist darauf zu achten, dass die Scheibe, die das eigentliche Becken” bildet (das schmale Stück unter den Schiebetüren), eine ausreichende Höhe aufweist. Was ausreichend ist, darauf kommen wir später zurück. Bei gekauften Becken sollte man schon auf eine solide Konstruktion achten. Es ist leicht der Versuchung zu erliegen und günstige Bauten wie Nagerbecken o.ä. zu erwerben. Diese bestehen aus schwächerem Glas und sind auch anders verklebt. Für unsere Belange sind diese Konstruktionen nicht ausgelegt - zumindest nicht, wenn man ein Wasserreservoir anlegen will. Der Gedanke an zwanzig Liter Wasser, die sich sturzbachartig in den heimischen Gemächern verteilen, sollte die Sparer bewegen ihre Kaufentscheidung zu überdenken.

Wichtig ist von Beginn an die Technik mit einzubeziehen; eine solide Planung zahlt sich also auch hier aus. Da ich das Wasserreservoir am Boden beheizen möchte, war zunächst einmal ein Durchbruch durch die Zwangsbelüftung des Gitters an der Front fällig. Die Vorgehensweise mit Akkuschrauber, Bohrer und Feile muss hier wohl nicht näher erläutert werden. Wer beim Bohren ein kleines Brett aus Sperrholz hinter das Gitter hält, kann sicher sein, dass er mit der Maschine beim durchbrechen des Bohrers nicht gleich in die Front schlägt und möglicherweise Scheiben platzen. Der Durchbruch wird dann aufgefeilt, bis der Stecker des Heizgerätes hindurch passt. Ich hatte mich für einen Regelheizer aus der Aquaristik entschieden. Ganz wichtig dabei: es muss sich um einen ein voll eintauchbaren Heizer handeln! Strom und Wasser - das sind nun einmal Dinge, die gemeinsam fatale Folgen haben können. Hier habe ich einen Regelheizer 3606 von Jäger Eheim Aquatics mit 150 Watt verwendet. Der grosse Vorteil dieser Geräte ist es, dass die Temperaturen eben einstellbar sind, und man sich einen teures Vorschaltthermostat wie bspw. Biotherm professional, das mit immerhin ca. 120 € zu Buche schlägt, sparen kann.

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Ebenfalls wichtig sind die Saugnäpfe. Im Aquaristik-Bereich wird der Heizer damit in der Vertikalen gehalten. Ich verwende sie hier als Abstandshalter vom Terrarienboden. Man sollte nicht auf die Idee kommen, einen normalen Heizer einfach so auf den Boden des Terrariums zu legen. Glas reagiert nun einmal recht zickig mit

Spannungen auf grössere Temperaturunterschiede; Platzen des Glases kann die Folge sein. Sinnvoll ist es also, wenn der Heizer keinen direkten Kontakt zum Becken hat und das Wasser allseits das Gerät umspült. Bei grossen Becken kann man auch mehr als einen Heizer an verschiedenen Stellen betreiben um Spannungen zu vermeiden, die Wattagen können dann entsprechend nach unten korrigiert werden.

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Natürlich soll der Heizer auch oben reichlich mit Wasser bedeckt sein - und hier kommen wir auf die eingangs erwähnte ausreichende Höhe zurück. Wenn die untere Frontscheibe nicht hoch genug ist, dann liegt der Heizer teilweise im Trockenen. Damit wäre diese ganze Planung reich- lich sinnlos und ab einem bestimmten Wasserspiegel würde auch der Trockenlaufschutz ansprechen. Deshalb soll man bei Kauf oder Bau des Terrariums gleich darauf achten, dass die Höhe der durchgehenden unteren Frontscheibe mindestens 9 cm beträgt.

Nach dem Einfüllen des Wassers blickten meine blauen Gitterboxen noch gerade so einen cm aus der Wasseroberfläche. Etwas mehr Abstand zu meinen Topfböden wollte ich da schon haben und so musste ich eben wieder etwas zweckentfremden. Für die Pflanzen auf unserer Terrasse hatten wir im Sommer quadratische Kübel angeschafft. Sie wurden mit einem Reservoirboden zur

Bewässerung ausgeliefert, den wir aber nicht verwendet haben. Da ich mich nun einfach `mal standhaft weigere Bauteile einfach dem Müll zuzuführen, lagen diese Teile auch noch herum. Zum Glück erinnerte ich mich zum passenden Augenblick dieser Kleinodien.

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Diese Bodenträger haben jeweils vier geschlitzte Standfüsse von 5 cm Höhe und zusätzlich noch Gitterlöcher. Für den reibungslosen Durchlass sollte das also ausreichen. Aneinandergereiht sah mir das doch alles sehr positiv aus.

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Man muss natürlich nicht zwingend diese Bauteile verwenden, ein jedes

andere Gitter tut es da vermutlich auch. Ich habe sie lediglich benutzt, weil ich sie eben noch vorrätig hatte. Man hat zudem eine schöne glatte Stell- fläche, die trotzdem noch durchlässig ist.

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Die Bodenfläche sollten wir also haben, sodass wir uns der Raumverteilung zuwenden können. In jedem Pflanzenterrarium ist früher oder später zu wenig Platz, in den meisten eher früher ;-). Man ist ja praktisch gezwungen jeden kostbaren Zentimeter auszunutzen. Was in den Becken zumeist am wenigsten ausgelastet ist, sind die Seitenflächen. Abhilfe schaffe ich hier durch regelmässige Besuche in Restpostenläden. Sehr oft findet man hier... Seifenschalen, Halter für Zahnputzbecher, etc.; alles wunderschön versehen mit praktischen Saugnäpfen und sehr billig.

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Was nicht passt - wird eben passend gemacht. Mit einer Zange und ein paar kleinen Handgriffen sind die verchromtem Teile schnell in Form gebracht. Und schon ist wieder etwas Platz für weitere kleine Töpfe geschaffen. An Zusatzausstattung sollte

man sich ein Thermometer anschaffen; die Bauweise ist eigentlich dabei relativ unwichtig. Ob analog oder digital, ein jedes erfüllt hier seinen Zweck. Ich habe in diesem Fall ein digitales Modell mit einem Fernfühler verwendet. Es besitzt eine Min/Max-Funktion um obere und untere Grenzwerte abzulesen; sicher ein Vorteil wenn man später die korrekte Funktion der Heizung überprüfen will. Den Fühler habe ich durch die hintere Zwangsbelüftung geführt und an einem Saugnapf zentrisch an der Terrariendecke angebracht. Hier kann ich sicher sein, dass eine eventuelle Überhitzung durch die HQI-Leuchte mit registriert wird und ich eben entsprechend reagieren kann.